„ Bei mir war das nicht so. Ich habe nicht nach Zufriedenheit gestrebt. Ich habe mir einfach immer wieder etwas gesucht, das mir gerade Trost gegeben hat: erst exzessive Grabpflege, dann Bonhoeffer, Joan Didion, Sport, Tim Curry 😄 und natürlich das Forum. Das waren keine Schritte auf dem Weg zu einem möglichst angenehmen Leben, sondern ganz unterschiedliche Dinge, die mir zu unterschiedlichen Zeitpunkten etwas gegeben haben .“ schreibt Puella Liebe Puella, Du hast Dich natürlich nicht in den Sessel gesetzt und Dir gesagt „jetzt strebe ich nach einem zufriedenen Leben“. Aber Du hast Dinge getan, die Dir etwas Linderung in Deine Trauer brachten. Wie Du schreibst haben Dir diese unterschiedlichen Dinge zu unterschiedlichen Zeiten etwas gegeben. Du hast also dabei gelernt… „wenn ich xy mache, geht es mir ein wenig besser als vorher“ Dabei hast Du (in der Suche nach Trost) dieses und jenes ausprobiert und zwar nicht nicht mit einem definierten Ziel „ein angenehmes Leben zu erreichen“ im Focus, sondern Linderung zu erfahren. Und Linderung in der Trauer betrachte ich bereits als das Streben nach einem angenehmeren Lebensgefühl.
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„ Bei mir war das nicht so. Ich habe nicht nach Zufriedenheit gestrebt. Ich habe mir einfach immer wieder etwas gesucht, das mir gerade Trost gegeben hat: erst exzessive Grabpflege, dann Bonhoeffer, Joan Didion, Sport, Tim Curry 😄 und natürlich das Forum. Das waren keine Schritte auf dem Weg zu einem möglichst angenehmen Leben, sondern ganz unterschiedliche Dinge, die mir zu unterschiedlichen Zeitpunkten etwas gegeben haben .“ schreibt Puella Liebe Puella, Du hast Dich natürlich nicht in den Sessel gesetzt und Dir gesagt „jetzt strebe ich nach einem zufriedenen Leben“. Aber Du hast Dinge getan, die Dir etwas Linderung in Deine Trauer brachten. Wie Du schreibst haben Dir diese unterschiedlichen Dinge zu unterschiedlichen Zeiten etwas gegeben. Du hast also dabei gelernt… „wenn ich xy mache, geht es mir ein wenig besser als vorher“ Dabei hast Du (in der Suche nach Trost) dieses und jenes ausprobiert und zwar nicht nicht mit einem definierten Ziel „ein angenehmes Leben zu erreichen“ im Focus, sondern Linderung zu erfahren. Und Linderung in der Trauer betrachte ich bereits als das Streben nach einem angenehmeren Lebensgefühl.
Liebe Maks, du schreibst: „Menschen sind so geartet, dass sie nicht über einen langen Zeitraum 24/7 trauern können. Sie streben nach einem möglichst angenehmen Leben. Nach irgendeiner Form von Zufriedenheit.“ Bei mir war das nicht so. Ich habe nicht nach Zufriedenheit gestrebt. Ich habe mir einfach immer wieder etwas gesucht, das mir gerade Trost gegeben hat: erst exzessive Grabpflege, dann Bonhoeffer, Joan Didion, Sport, Tim Curry 😄 und natürlich das Forum. Das waren keine Schritte auf dem Weg zu einem möglichst angenehmen Leben, sondern ganz unterschiedliche Dinge, die mir zu unterschiedlichen Zeitpunkten etwas gegeben haben. Und vielleicht entsteht aus vielen solchen kleinen Dingen irgendwann wieder ein angenehmeres Leben, ohne dass ich dieses Ziel überhaupt verfolge. Irgendjemand hat hier mal von einem Steinbrocken geschrieben, aus dem irgendwann ein Kiesel für die Jackentasche wird. Ganz am Anfang konnte ich mir das überhaupt nicht vorstellen. Für mich war es ein riesiger Mühlstein um den Hals. Inzwischen ist daraus tatsächlich eher ein Kiesel geworden. Er ist noch da, aber er zieht mich nicht mehr zu Boden. So ist es bei mir, nach wie vor planlos, und trotzdem in Wandlung. LG Puella
………so geht es mir……….. https://www.youtube.com/watch?v=mzeO7bSAzqE&list=RDmzeO7bSAzqE&start_radio=1
Hallo zusammen, das sind wirklich alles sehr emotionale Beiträge! Wie geht es mir? Beides. Nach 6,5 Monaten verwitwet weiter richtig beschissen und manchmal weiß ich nicht mehr weiter. Aber ich glaube an die Kraft „guter Aktivitäten“, die ein wenig helfen, diesen 24/7-Schmerz auszuhalten. Ich bin heute mit einer Freundin beim Italiener verabredet. Sie mochte und schätzte meinen Mann. Mir hilft das. Wenigstens ein paar Stunden. Darum finde ich auch die Schilderung von Nordsee plus Texel-Bier gut! Die Beiträge hier verstehe ich nicht als schlaue Tipps oder überflüssige Ratschläge. Sondern als Einblicke, teilweise schonungslose, in die persönliche Gefühlswelt. Und dies ist doch der richtige Ort, um so was zu äußern. Liebe Grüße! P
Liebe alle, die Überschrift lautet doch Wie geht es dir? Nicht anders. Eine Kritik an den positiven Posts hatte ich persönlich gar nicht wahrgenommen. Allerdings irgendwie schon doch an den Posts, die eher traurig sind. Das kann natürlich auch an mir und meiner augenblicklichen Verfassung und Wahrnehmung liegen. Deshalb denke ich, ich werde mich auch etwas zurückhaltender äußern. Vielleicht genügt mir ja das mitlesen. LG Maike
Sorry MichaelW, keiner sagte, dass Du Deine Trauer pflegst. Auch nicht: „ist doch alles schon lange her“. Ein Jahr nach dem Tod Deiner Frau ist wirklich noch nicht lange her. Und manchmal ist es hier auch schwer zu unterscheiden, ob eine Person schreibt, deren Partner vor einem Jahr verstorben ist oder bereits vor mehreren Jahren. Das macht in der Wahrnehmung der Trauer und in der Lebensführung einen großen Unterschied. Und „ja“ jeder durchlebt Trauer auf seine Weise. Aber Menschen sind so geartet, dass sie nicht über einen langen Zeitraum 24/7 trauern können. Sie streben nach einem möglichst angenehmen Leben. Nach irgendeiner Form von Zufriedenheit. Und eigentlich könnte es doch auch den erst sehr kurz verwitweten Menschen helfen, wenn sie von anderen lesen, dass die Trauer mit der Zeit weniger schrill wird und auch schöne oder angenehme Tage zurückkommen.
Ich gatte genau mitgeteilt was ich mir gewünscht hätte….. Warum hat man das nicht in umgekehrter Form auch so stehen gelassen.? Ich wünsche euch aber alles Gute bei Euren Fortschritten und nur zur Info……ich pflege meine Trauer nicht , habe aber andere Reaktionen erwartet als von der Welt hier in meiner Umgebung. Im Grunde sagt man mir anhand einiger Reaktionen hier …….ist doch alles schon lange her!. Ich werde nich in Zukunft zurückhalten.. Kann man auch kommentarlos so stehen lassen.
Und das ist der Weg. Von der schmerzenden Trauer zur Dankbarkeit. Die Wehmut und das Vermissen wird bleiben aber es kommt immer mehr Luft zum Atmen. Hans
Liebe Steffen, auch ich habe im ersten Jahr nach meinem Verlust immer wieder extreme Talfahrten erlebt und es war sehr anstrengend irgendwie weiterzumachen. In den ersten Wochen wollte ich einfach nur nachsterben. Auch wenn die Zeit keine Wunden heilt, so hat sie mir dabei geholfen anders mit meiner Trauer umzugehen. Obwohl die Sehnsucht und das Vermissen mich auch weiterhin begleiten, so hindern sie mich nicht mehr daran auch wieder schöne Momente zu erleben, und trotz meines fortgeschrittenen Alters wieder Pläne zu machen. Ich fühle mich weiterhin stark mit meinem Mann verbunden und Erinnerungen lösen keine Schmerzen mehr aus. Die Dankbarkeit für 45 gemeinsame Jahre überwiegt Liebe Grüße Rita
Charly schrieb: Ich möchte nicht, das diese Rechnung für mich passt. Erstens nimmt sie mir zu viel von meinem Restleben und zweitens werde ich auch in 100 Jahren noch um meine geliebt Frau trauern. Mir hilft schon das Lindern des akuten, brüllenden Schmerzes. Der Schmerz, der mir ein Weiterleben ermöglicht und mir ab und zu und lieber immer häufiger einige freudige Momente bescheren kann. Lieber Hans, und das ist genau das, was passiert, zumindest bei mir und dann vielleicht zufälligerweise im Zeitraum dieser Rechnung. Auch ich werde immer um meinen Mann trauern. Die innere Landschaft bleibt ja dieselbe, nur irgendwann hört der Regen auf und die Sonne kommt durch. Catherine
Liebe Heike, liebe Alle, meine Trauer hat sich in den letzten nun fast schon 16Monaten, wo mein Peter mit seinem plötzlichen Herztod von dieser Welt gegangen ist, gewandelt. War da am Anfang nur diese Leere, dieser unerträgliche Schmerz, dass Unfassbare so ist da jetzt zum Glück auch wieder liebevolle Verbundenheit und schöne Erinnerung, auch wenn ich zwischendurch immer wieder heftige Trauerwellen erlebe. Aber der Lebensplan, der innere Kompass ist noch nicht wieder greifbar. Ich Versuche mir bewusst schöne Ziele, Ankerpunkte zu setzen und ich bin unglaublich froh, dass ich auch noch meine therapeutische Begleitung durch diese Zeit habe. Mir ist mittlerweile klar, ich muss Peter nicht loslassen, er darf da sein, ich darf weiterhin Halt daraus schöpfen. Etwas Neues kann und wird neben ihm, mit meinen Erinnerungen an Peter entstehen müssen. Er wird bis zu meinem Lebensende in meinem Herzen sein. VG J.
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