(Bild: Olaf Heine) Als ob es nie eine andere Besetzung gegeben hat: Nach seinem überzeugenden Einstand auf ‚=1‘ vor zwei Jahren, als der irische Gitarrist Simon McBride die legendären Deep Purple wieder zu einer rein britischen Formation machte, verhilft er der Band mit dem neuen Album ‚Splat!‘ zu einem Comeback ihrer ureigensten Tugenden. Wie ihm das gelungen ist? Indem er seine Kollegen Ian Gillan (Gesang), Roger Glover (Bass), Ian Paice (Schlagzeug) und Don Airey (Keyboards) daran erinnert hat, wie man „die Hütte einreißt“ (O-Ton McBride). Hier die Rezepte seines Hardrock-Dampfhammers! Simon, stimmst du mir zu, dass ‚Splat!‘ dein Deep-Purple-Debüt ‚=1‘ an Spielfreude noch übertrifft? Um ehrlich zu sein, denke ich darüber nicht nach. Wir haben weder versucht, es heavier, noch wie in den Siebzigern klingen zu lassen, sondern einfach gespielt. Gerade deshalb ist das Album in der jetzigen Form entstanden. Ich bin seit vier Jahren in der Band, und wie in jeder neuen Beziehung hat das Maß an Vertrautheit zugenommen. Aber wie ich immer wieder sage: Es ist egal, wer in diese Band kommt, es klingt automatisch nach Deep Purple, weil es eben Paicey, Roger und Gillan sind, und auch Don schon seit vielen Jahren dabei ist. Paicey und Roger spielen auf ihre eigene Art, und Gillan ist einfach ein Genie. Täuscht mein Eindruck, dass Deep Purple dank dir wieder britischer klingen? Mag sein. Ich komme vom Hardrock, und Dons Diskografie ist so lang wie meine Hofeinfahrt. Amerikaner spielen eve
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Hast du Fragen zum Thema „alte und/oder merkwürdige Gitarren“? Wir beantworten sie auf dieser Seite. Monat für Monat. Diesmal geht es um eine Höfner-Gitarre und eine Matsuoka-Gitarre. Ein Freund von mir war im Besitz dieser wunderbaren Gitarre, die ihm leider gestohlen wurde. Ich habe bereits diverse Seiten durchsucht, konnte dieses spezielle Modell aber nicht finden. Vielleicht könnt ihr mir dabei weiterhelfen. – Stefan Bei der Gitarre deines Freundes handelt es sich um eine Höfner 4572 (II) aus dem Jahr 1970, die natürlich in (West-)Deutschland gebaut wurde. Es war das zweite Modell, das Höfner unter dieser Bezeichnung führte. Es wurde etwa 1968 eingeführt und bis ca. 1988 produziert. Im Unterschied zu anderen „Thinline“-Modellen von Höfner hatte es einen angeschraubten Hals. Charakteristisch für diese Epoche sind die sogenannten „Blade“-Pickups, anhand derer sich Höfner-Gitarren zeitlich relativ leicht einordnen lassen. Bei der gezeigten 4572 handelt es sich aber um ein ganz besonderes und seltenes Modell: Die auffällige Control-Platte am unteren Zargenrand weist darauf hin, dass es sich eventuell um ein Modell mit eingebauter aktiver Elektronik bzw. Effekten handelte, deren Controls sich auf dieser Platte befanden. Die Elektronik scheint beim Modell deines Freundes aber ausgebaut worden zu sein, sodass nur ein Poti übrig blieb und ein weiteres im Pickguard installiert wurde. Zwar gab es auch andere Höfner-Thinline-Gitarren mit einem Control-Panel am unteren Zargenrand – d
(Bild: Dieter Stork) Nach dem kompakten BJF-S66, der sich klanglich an einem Blackface der Mitt-60er-Jahre inklusive der klassischen Reverb- und Tremolo-Effekte orientierte, legt die japanische Marke One Control mit dem BJF-S100 Head nach. Um die typischen Rocksounds der späten 60er- und frühen 70er-Jahre sowie die EVH-Brown-Sounds der 80er-Jahre zu reproduzieren, stehen hier die legendären britischen Plexi-Amps im Fokus. Der Schwede Björn Juhl, der u.a. auch schon Effekte für Mad Professor und Barefoot FX sowie die One Control Micro-Pedale entwickelt hat, spendierte jedem Kanal des BJF-S100 ein regelbares Analog-Delay mit Tape-Echo-Eigenschaften. Während der Hersteller die maximale Delay Time mit 600 ms beziffert, messe ich im Test ca. 980 ms. Dies nur am Rande. Die kürzeste Delay Time liegt indes schätzungsweise bei 60 ms. ROBUSTES KERLCHEN Erwartungsgemäß übernimmt der Hersteller die bewährt robuste Bauweise des Vorgängermodells S66. Die aus 5 mm bzw. 10 mm massivem Aluminium gefräste Rückseite bzw. Front wurde auf den zweiteiligen Rahmen aus Alublech geschoben und verschraubt. Die Alu-Achsen der Potis, auf denen die griffigen metallenen Reglerknöpfe verschraubt sind, werden von den Bohrungen der Front geführt. Im Innern treffen wir auf eine kleine und zwei große Platinen. Erstere, die über Distanzstücke mit der Endstufenplatine zuverlässig verbunden ist, trägt u.a. das erforderliche Kühlprofil. Sämtliche Kabelverbindungen sind gesteckt, die des Netzschalters mit isolierte
(Bild: Pipper) Es scheint offensichtlich, dass die fetten Jahre in der Musikindustrie endgültig vorbei sind. Wer bekommt das letzte Stück vom Kuchen auf dem Teller und wer darf die Krümel vom Festmahl verspeisen? Auf der anderen Seite gibt es offenbar immer mehr Profis oder Hobbyisten, die weiterhin eifrig Musik produzieren. Man fragt sich unweigerlich, ob es nicht bald mehr Angebote als potenzielle Zuhörer gibt. Die momentanen Gewinnchancen gleichen denen an der Lottoannahmestelle. In puncto KI-Musik stellt sich dabei vor allem die Frage nach den Urheberrechten für die erstellten Produkte. Nachweislich füttern und trainieren die großen KI-Plattformen ihre Systeme bisher ungefragt mit dem unerschöpflich großen Fundus bereits existierender Songs. Und da die Handhabung dieser Systeme so unglaublich komplex ist, sind die Ursprünge der Ergebnisse meist nur schwer aufzuspüren. Denn die KI bedient sich praktisch überall, wo es passt, nur ein bisschen, sodass es sehr schwer wird, die Urheberschaft nachzuweisen. Um den Stand der Dinge etwas näher zu beleuchten, habe ich meinen alten Freund und Weggefährten Götz von Sydow, der gerade von der letzten GEMA Aufsichtsratssitzung zurück ist, danach befragt. Er ist ein erfolgreicher Komponist und Produzent, Manager der Band PUR und sitzt selbst im Aufsichtsrat der GEMA. Götz von Sydow vom GEMA Aufsichtsrat Hallo Götz, was unternimmt die GEMA momentan, um ihre Künstler vor Urheberrechtsverletzungen zu schützen? Im Wesentlichen geht es da zun
(Bild: Joris Henke) Was für ein Wochenende! Drei Tage lang war der Rosengarten das Zuhause aller, die für Gitarre und Bass brennen. 659 Marken zum Anfassen, sieben Bühnen voller Workshops, Konzerte, die man so schnell nicht vergisst – und überall Menschen, die gefachsimpelt, ausprobiert, gestaunt und gelacht haben. Von der Öffnung der Türen am Freitagmorgen über unzählige Stunden an den Ständen und in den Workshops, die Jubiläumsfeier zu 40 Jahren Gitarre & Bass und zwei Konzertabende im Mozartsaal bis zum letzten Workshop am Sonntagnachmittag: Dieser Summit hatte so viele Höhepunkte, dass sich kaum einer herauspicken lässt. (Bild: Joris Henke) Der größte Dank geht an euch, die Besucherinnen und Besucher. Ihr seid von überall angereist, habt die Gänge gefüllt, die Workshops gestürmt und jedem Konzert eure Energie geschenkt. 35 Prozent von euch waren zum ersten Mal dabei – schön, dass ihr da wart, und willkommen in der Familie! Ohne euch wäre der Summit nur eine Ansammlung von Ständen, mit euch ist er ein großes Familientreffen. Das Guitar-Summit-Team Danke auch an alle Aussteller, Artists, Dozenten und Partner und an das gesamte Team vor und hinter den Kulissen, das diese drei Tage möglich gemacht hat. Und wer jetzt schon Entzugserscheinungen hat: Der GUITAR SUMMIT 2027 findet vom 24. bis 26. September 2027 statt. Die Early-Bird-Tickets für alle drei Tage sind ab sofort erhältlich – wer früh bucht, zahlt weniger! 🎸 Jetzt Early-Bird-Tickets sichern 24.–26. September 2027 · Ros
(Bild: Eminence) Wir alle lieben den Druck, den ein oder mehrere 12″-Gitarrenlautsprecher erzeugen. Das ist der klassische Sound der E-Gitarre. Es mag jede Menge Gründe geben, einen Modeler oder eine Lautsprechersimulation zu nutzen, doch eine passende Kombination aus Röhrenverstärker und Box im Raum bleibt ungeschlagen. Eminence erweitert sein Programm nun um zwei moderne Speaker für die härtere Gangart: den Karnivore, entwickelt mit Musikproduzent und Toningenieur Kristian Kohle, und den DV-77 Signature Speaker für den Slipknot-Gitarristen Mick Thomson. Ob sie das Haus in seinen Grundfesten erschüttern werden? Optische Täuschung Es ist ein himmelweiter Unterschied, ob man seinen Lieblingsmusiktitel über eine kleine Bluetooth-Boombox, ein Küchenradio oder auf einer anständigen HiFi-Anlage hört. Ein wenig anders läuft es bei Gitarrenlautsprechern. Auf der Bühne kennen wir ein recht uniformes 4×12″-Format. Unterschiede gibt es bei der Frontbespannung, während das Holzgehäuse bestenfalls um wenige Zentimeter von der Marshall-Norm abweicht. Bild: Eminence Bild: Eminence Drin stecken stets Treiber mit 12″-Pappmembranen, die einander ebenfalls ziemlich ähnlich sehen. Im Stage-Rider steht dann schon mal: „Die Band reist mit Topteilen an, eine 4×12″-Box sollte vor Ort gestellt werden.“ Und auch im Studio ist es natürlich bequemer, die dort vorhandene Box zu nutzen. Wird schon passen! An dieser Stelle übertreibe ich ganz bewusst, denn es ist sicherlich keine Entdeckung, dass ein alte
(Bild: Joris Henke) Über 600 Marken aus aller Welt, vier Ebenen – und fast alles darf man in die Hand nehmen. Am Samstag zeigte der Guitar Summit, was ihn ausmacht: Hier hängt die Traumgitarre nicht hinter Glas, hier liegt sie einem in den Händen. Vom handgewickelten Pickup aus der Ein-Mann-Werkstatt bis zur Neuheit der Weltmarke, von der Konzertgitarre bis zum Modeling-Rig. Wer wollte, konnte an einem einzigen Tag mehr Instrumente anspielen als sonst in einem ganzen Jahr. Dazu: ein Jubiläum im eigenen Haus, Workshops mit großen Namen auf allen Bühnen und ein Konzertabend, der im All-Star-Jam gipfelte. Schon lange vor Einlass war klar: Heute wird’s voll. Auf dem Vorplatz des Rosengartens drängten sich die Gitarrenfans, Gigbags auf dem Rücken, den Hallenplan schon auf dem Handy. Man fachsimpelte, schmiedete Pläne, zählte die Minuten. Und als sich die Türen endlich öffneten, war die Vorfreude längst nicht mehr zu überhören. (Bild: Joris Henke) Rundgang durch die Ausstellung (Bild: Joris Henke) Samstag, kurz nach Einlass. Die Gänge füllen sich schneller, als man den Hallenplan aufklappen kann. Der erste Weg führt meist zu dem Stand, den man sich vorher angestrichen hat. Der zweite dann ganz woanders hin. Denn hinter jeder Ecke wartet etwas, das man so noch nie gesehen hat. (Bild: Joris Henke) Eine ganze Ebene gehört den Boutique-Herstellern: kleine Werkstätten, große Handwerkskunst. Wer hier stehen bleibt, bekommt die Geschichte jedes Instruments gleich mitgeliefert – vom Holz b
Voller Saal, eine Stimme, eine Gitarre: Mary Spender verzaubert den Mozartsaal bei der Friday Night in Concert Türen auf, Saiten gestimmt – der Guitar Summit 2026 hat begonnen! Schon am Freitagmorgen füllten sich die Gänge im Mannheimer Rosengarten dank der zusätzlichen Bändchen-Ausgabe vor Einlass merklich schneller als gewöhnlich. Gitarrenverrückte aus aller Welt, mit Plektren in den Hosentaschen, Hände, die gar nicht wissen, welches Instrument sie zuerst anfassen sollen. Überall wurde gefachsimpelt, ausprobiert und gestaunt. Hier und da wurde auch ein Wiedersehen gefeiert, auf das man ein ganzes Jahr gewartet hatte. Auf den Bühnen ging es ebenfalls vom ersten Moment an zur Sache: In den Workshops lernt, lacht und staunt man, und die Artists erzählen Dinge, die man so schnell nicht wieder hört. Zum achten Mal öffnet der Summit seine Türen und es fühlt sich kein bisschen nach Routine an. Danke an alle, die gleich zum Start dabei waren – ihr macht diese drei Tage zu dem, was sie sind. Und weil hier an einem einzigen Tag mehr passiert, als man allein mitnehmen kann, nehmen wir euch mit: zu den Highlights aus Ausstellung, Workshops und Konzerten. Impressionen Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an Ein Beitrag geteilt von GUITAR SUMMIT – Europe’s Biggest Guitar Show (@guitarsummit) Seid live dabei! Ihr reist morgen erst an oder seid dieses Jahr verhindert? Kein Problem! Unser Social-Media-Team ist das ganze Wochenende für euch unterwegs und fängt die besten Momente ein: den Pl
Die Naturwissenschaften haben mir schon als Kind nichts gegeben. Seit ich denken kann, interessiere ich mich für Kunst: Ich habe Hörspiele gesuchtet, Bücher verschlungen, Musik, TV-Serien und Filme aufgesogen wie ein vertrockneter Schwamm und abgespeichert. In unserer kleinen Küche stand ein Radio auf der Eckbank. Morgens zogen mein Bruder und ich uns in der Küche an, während aus dem Radio knarzend Musik erklang. Jedes Mal, wenn ich heute ‚Hey Tonight‘ von CCR höre, habe ich genau vor Augen und Ohren, wie ich als 6-Jähriger in dieser kleinen Küche stand und fasziniert war von dem verzerrten, zirpig-rasiermesserscharfen Sound der Gitarre im Eröffnungs-Riff. Wenn Fogertys raspelige Stimme einsetzte, war es um mich geschehen. Hühnerpelle, euphorische Glücksgefühle, Ohrenschmaus. Den ganzen Schulweg sang ich das Intro von ‚Hey Tonight‘ und ergänzte die Wörter, die ich nicht verstanden hatte, in Fantasie-Englisch. Dasselbe gilt für ‚Hot Love‘ von T. Rex: „Schiehs mei wummel nigo ent, schiehs not werri, oh, ahaha!“ Ich war besessen von Sounds, unterschiedlichen Stimmklängen, Hook-Lines … und schon als Kind habe ich versucht, alles zu erfassen und nachzuahmen – was meinen Weg als Parodist, Imitator und Künstler definitiv vorbestimmt hat. Nein, für Mathe, Chemie oder Physik hatte ich noch nie im Leben Kapazitäten frei. Was mich interessiert, an Kunst und Kultur, sind Emotionen, Gefühle – alles, was mit Sinneseindrücken zu tun hat. Zurzeit gibt es auf vielen Plattformen und in Kolumne
(Bild: Adam Hall) Palmer ist kein Hersteller, der für seine Lautsprecher bekannt ist. Eigentlich sind wir ja kein Studio-Magazin, bei den Eckdaten konnte unser Autor jedoch nicht anders, als auf einen Test zu beharren. Auf dem Papier handelt es sich um die sprichwörtliche eierlegende Wollmilchsau. Phasenlinear, 3-Wege koaxial, Cardioid-Charakteristik, DSP korrigiert und ein Frequenzgang, der bis in die 20 Hz hereinreicht. Eine gute Abhöre ist auch im Heimstudio unabdingbar, wenn man aufgenommenes Material mischen und produzieren will. Auch zum Musikgenuss eignen sich Referenzmonitore durchaus (einige mehr, andere weniger). Mittlerweile ist der Markt für derartige Produkte gigantisch und zwischen € 50 bis € 15.000 pro Lautsprecher werden wirklich alle Preissegmente bedient. Wer sich etwas mit der Materie auseinandergesetzt hat, dürfte bei den Ausstattungsmerkmalen der Palmer Orbit 11 ob des aufgerufenen Preises stutzig geworden sein. ÜBERSICHT Auf dem Papier lesen sich die Spezifikationen wie die eines absoluten „State of the Art“-Produkts. Auf einige Punkte gehe ich der Übersicht halber kurz ein: Der extrem weite Frequenzgang, der bis in die 20-Hz-Region reicht, macht die Verwendung eines Subwoofers obsolet und ermöglicht am Arbeitsplatz die Beurteilung auch extrem tiefer Subbassanteile im Mix. Vorausgesetzt der Raum grätscht hier nicht rein, dazu später mehr. (Bild: Adam Hall) Mit Cardioid-Charakteristik ist ein Abstrahlverhalten von Lautsprechern bezeichnet, das den Schall
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